Verein Daçev  

Der Verein für Umweltschutz
und sanften Tourismus
auf der Datça - Halbinsel

   

Gegründet wurde „Daçev“ schon 1990, demselben Jahr, in dem die damalige türkische Regierung aufgrund der Arbeit von einigen Wissenschaftlern das nahegelegene „Gebekum“ und dessen von der Zerstörung bedrohte sechs Millionen Jahre alte Dünen zum „speziell erhaltenswerten Naturdenkmal“ erklärte. Als die Regierung ihren Worten keine Taten folgen ließ, versuchte der Verein, die Regierung zum Schutz des „Gebekum“ zu bewegen. Ankara reagierte nicht. Der Vereinsvorstand beließ es dabei und tat sich in den folgenden Jahren auch sonst nicht durch allzu große Aktivitäten hervor.

 

Das änderte sich schlagartig 1999, als zahlreiche neue Mitglieder eintraten, die ihre Stadt unter dem damaligen Bürgermeister immer mehr herunterkommen sahen und etwas dagegen tun wollten. Beispielsweise gegen Schwarzbauten und gegen den Müll auf den Straßen und Plätzen, die das Bild des Städtchens immer stärker verschandelten.

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Eine der Neuen war Yolande Aydemir Delacuisine, eine Schweizerin, die mit ihrem Mann Metin seit 27 Jahren in Datça lebt. Yolande, den Datçanern schon damals bekannt, weil sie im Städtchen immer wieder auf eigene Faust Müll beseitigt hatte, wandte sich an den Bürgermeister persönlich und bat ihn, sie wenigstens zu Saisonbeginn bei der Müllbeseitigung mit städtischen Arbeitern zu unterstützen. Gegenfrage des Bürgermeisters, der gerade um seine Wiederwahl kämpfte: “Werden Sie mich dann auch wiederwählen?“ Yolande: „Nein.“ Der Bürgermeister hatte nämlich nicht nur Schwarzbauten anderer einflussreicher Leute geduldet, sondern auch selbst ein Haus mit drei anstatt den erlaubten zwei Geschosse in die Stadt gestellt.

Die Datçaner wählten Erol Karakullukcu zum neuen Bürgermeister, und die Vereinsmitglieder von „Daçev“ wählten Yolande, von ihren türkischen Freunden kurz Yola genannt, zur neuen Vorsitzenden. Vorstandsmitglied und Hotelbesitzer Sadik Uslu stellte kostenlos ein Büro zur Verfügung. Yola, ihre Freundin Elisabeth Tüzün, eine Liechtensteinerin, ihr Mann Hüseyin, die vor 13 Jahren in Datça ein Kulturzentrum errichtet hatten und weitere Engagierte nahmen einen neuen Anlauf zur Rettung des „Gebekum“. Allerdings diesmal hartnäckiger als ihre Vorgänger.

 

Es dauerte volle vier Jahre, bis Ankara endlich Ende 2003 auf immer wieder neue Schreiben, Anrufe und Gesuche reagierte, die nachhaltig von Kaymakam (Landrat) Savas Tuncer unterstützt wurden: Man habe für den Schutz des „Gebekum“ kein Geld. Wenn der Verein dies aber selbst aufbringen könne, werde man Einzäunung und Schutzpflanzungen genehmigen. Elisabeth flog nach Liechtenstein und kam 14 Tage später mit 24.000 Franken Spenden zurück. Yola bewegte die Familie Mermerci, die unweit vom „Gebekum“ die Ferienanlage Perili Kösk besitzt, zur Finanzierung von fast drei Kilometern Maschendraht. Der Schutzzaun gegen Dünensand wegbaggernde Bauunternehmer und Müll hinterlassende Autofahrer konnte im Frühjahr 2004 gebaut werden. Weitere Schutz- und Erhaltungsmaßnahmen werden folgen. (Siehe „Zerstörung und Rettung“)

Als ähnlich schwierig wie die Erhaltung des „Gebekum“ hat sich in den vergangenen Jahren die Lösung der Abwasserfrage für Datça herausgestellt, die durch die Sommerferiengäste drei Monate lang besonders problematisch wird. Der bereits begonnene Bau einer Kläranlage, die gegen das Mittelmeer-Abkommen verstoßen hätte, wurde vorläufig gestoppt. Der Verein ist an der Diskussion darüber beteiligt, ob und in welcher Form geklärtes Abwasser über die dafür bereits gebauten Kanäle ins Meer entsorgt werden darf, ohne dort Schaden anzurichten. Bis zur Entscheidung werden Abwässer durch Tankwagen abgepumpt und zur Müllkippe in den Bergen transportiert.

 

Mehr Umweltbewusstsein in Bevölkerung und Behörden: Dazu gehört für den Verein auch das architektonische Erscheinungsbild der Stadt. In Zusammenarbeit mit der Architektenkammer setzt er sich für Maßnahmen gegen Verstöße und in der Vergangenheit geduldete Disharmonien ein. Eine pensionierte Lehrerin, Mitglied des Vereins, versucht seit zwei Jahren, in den Schulen Umweltbewusstsein zu schaffen. In Expertengesprächen mit den Bauern der umliegenden Dörfer laufen erste Versuche, diese vom Sinn ökologischer Landwirtschaft zu überzeugen.

Die seit vier Jahren unregelmäßig und von noch zu wenig Freiwilligen durchgeführten Säuberungsaktionen in der Stadt, in Dörfern und Buchten, die vom ständigen Wind auch mit achtlos entsorgten Segler-Abfällen verdreckt werden, sollen endlich auch seitens der Gemeinde zur offiziellen Einrichtung werden. Wenn Helfer von Militär und Gendarmerie den Verein dabei unterstützen, warum nicht auch städtische Arbeiter? (Siehe Interview mit Elisabeth Tüzün.)

 

An den vor zwei Jahren angelaufenen Aufforstungsarbeiten auf den Berghängen über der Stadt Datça, angeregt vom Verein Daçev, organisiert vom Bürgermeister, Kaymakam und vom Forstamt, unterstützt auch von Soldaten der Gendarmerie, werden auch in der Regenzeit 2004/2005 wieder zahlreiche Freiwillige aus Datça und den umliegenden Dörfern teilnehmen. Diesmal sollen die Helfer als Dankeschön sogar ein „Zertifikat“ des Vereins erhalten.

Und die ursprünglich von türkischen Daçev - Vereinsmitgliedern initiierte Tierschutzgruppe innerhalb des Vereins hat sich dank der beiden österreichischen Aktivisten Evelyn und Heinz Ehrmann und des Tierarztes Haki Kafali inzwischen zu einem erfolgreichen Projekt entwickelt, das sogar zu einem Spenden sammelnden Vereinsableger in Deutschland namens „Datça Dogs“ geführt hat. (Siehe „Datça Dogs“)

Werbung für einen verantwortungsbewussten Umgang mit der Umwelt und gleichzeitig um neue Mitglieder und Spenden treibt der Verein erfolgreich seit 1999 durch seinen alljährlich am ersten Mai-Sonntag veranstalteten „Volksmarsch von einem Meer zum anderen“ - vom Mittelmeer am Südrand von Datça zur Ägäis nördlich des Dorfes Kizlan. Unterstützt wird diese Aktion von Bürgermeister und Kaymakan.

 
   

Spenden an den gemeinnützigen Verein „Daçev“ sind steuerabzugsfähig.
Sie können auf das Konto eingezahlt werden:

ISBANKASI (Is Bank)
Datça sub. 3660
Hesap no: 49027
Telefonisch erreichbar ist der Verein unter den folgenden Nummern
(mit internationaler Vorwahl):
 

00 90 252 -

712 3287 (Vorsitzende Yolande, spricht türkisch, französisch, englisch)  Daçev@mynet.com
712 2687 (Elisabeth und Hüseyin, sprechen türkisch, deutsch, englisch) elisabethtuzun@hotmail.com

728 0287 (2. Vorsitzende Cidem, spricht türkisch)