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| Zerstörung und Rettung |
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der sechs Millionen
Jahre alten Dünenlandschaft |
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„Gebekum“ („Schwangerer Sand“) oder auch „Göbelkum“ (Sand mit Hügelchen“ heißt die etwa zwei Kilometer lange und bis zu 500 Meter breite Dünenlandschaft an der türkischen Südküste zehn Kilometer östlich von Datça schon seit Jahrhunderten bei den Dörflern. Diese Dünen sind, nach Untersuchungen von Ökologen und Geologen sowie des Forstwissenschaftlers und Bodenkundlers Prof. M. Dogan Kantarci, sechs Millionen Jahre alt. Sie beherbergen in Form fossiler Ablagerungen alle Lebensformen dieses Zeitraums bis heute, legen Zeugnis ab von der tektonisch-geologischen Vergangenheit des Mittelmeers und bieten zugleich in einem einzigartigen, von Sediment-Riff-Felsen geschützten Ökosystem 19 außergewöhnlichen Vogel- und mehr als 100 Pflanzenarten (fünf davon endogen = einzigartig) einen Lebensraum, den der türkische Staat 1990 denn auch - nach einem Report, in dem Prof. Kantarci eigene und Veröffentlichungen anderer Wissenschaftler zusammengestellt hatte - zum „speziell erhaltenswerten Naturdenkmal“ erklärte. |
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Die Schutzerklärung aus Ankara blieb bloßes Papier. Bauunternehmer zerstörten nach wie vor bis zum Frühjahr 2004 - auf der Suche nach kostenlosem Sand - Dünen und Ökosystem mit Baggern und warfen dafür ihren Bauschutt ab. Die Bauherren eines Surfclubs und von zwei Feriendörfern baggerten das die Dünen schützende Riff-Felsenband vor dem Küstenstreifen weg, um ihren Gästen einen „angenehmeren Badestrand“ zu bieten. Beiden Formen der Zerstörung hat im Frühjahr 2004 ein von Liechtensteiner, türkischen, Schweizer, italienischen und deutschen Spendern finanzierter Zaun nun endlich wirksam Einhalt geboten. Dies wurde möglich, nachdem sich die Behörden auf lokaler, regionaler und staatlicher Ebene endlich von den Argumenten und Forderungen des Datça Umwelt- und Tourismus Vereins „Datçev“ überzeugen ließen. Umfangreiche Säuberungen von Bauschutt und Touristenmüll wurden auf Bitten des Vereins von Soldaten der in Datça stationierten Gendarmerie durchgeführt. |
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Bis Februar 2005 soll, „als Phase II“ der geplanten Schutzmaßnahmen, die Anpflanzung von zunächst 1300 Bäumen und Sträuchern verschiedener Arten innerhalb des Zauns folgen, die als Windschutz auf einer Breite von 15 Metern das stark gestörte Gleichgewicht des empfindlichen Dünen- und Ökosystems wieder herstellen sollen. Die Bepflanzung soll zugleich das Gleichgewicht der zerstörten Flächen zwischen den Dünen wiederherstellen. Die vorhandenen Laubbäume werden nach einem Plan von Prof. Kantarci durchgeforstet, allzu dichte Gebüsche werden für die Bodentiere durchlaufbar gemacht. Danach und nach Abschluss von Straßenarbeiten an der Strecke Marmaris / Datça wird eine weitere Schutzbepflanzung außerhalb des Zauns folgen. |
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| “Phase III“ der Schutzmaßnahmen wird die Schaffung von Tränkstellen für Tiere, von beschränkten und kontrollierten Zugangsmöglichkeiten, von Orientierungstafeln, von Lehr- und Lernpfaden unter Führung bringen. Und immer wieder Veranstaltungen in Schulen und mit Schülern und Lehrern auch auf dem Gelände, um die junge Generation mit diesem einzigartigen Naturwunder und der Entwicklung des Mittelmeers seit dem Pliozän, der jüngsten erdgeschichtlichen Stufe des Tertiär vertraut zu machen. | |||
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| .Dafür braucht „Datçev“ auch Ihre Spende. (Siehe „Verein Datçev“.) | |||